Sicher durch die Einheilphase

Verhalten nach Implantat-OP: Was Sie jetzt wissen sollten

Intro

Die Operation ist geschafft. Jetzt beginnt die wichtigste Phase: die Einheilung. In den nächsten Wochen entscheidet sich, wie gut Ihr Implantat einwächst. Sie können einiges dafür tun.

In diesem Ratgeber erfahren Sie:

  • Was in den ersten Tagen normal ist
  • Wann Sie wieder normal essen können
  • Wie Sie die Heilung unterstützen
FAQ

Was sind die häufigsten Fragen nach der Implantat-OP?

Wie lange habe ich Schmerzen nach der Implantation?

Die ersten zwei bis drei Tage können Sie einen leichten Wundschmerz spüren. Das ist völlig normal. Mit gängigen Schmerzmitteln – Ibuprofen oder Paracetamol – bekommen Sie das gut in den Griff. Kühlen hilft zusätzlich. Nach etwa einer Woche sollten die Beschwerden deutlich nachlassen.

Wann kann ich wieder normal essen?

Sobald die Betäubung weg ist, dürfen Sie wieder essen. In der ersten Woche empfehlen wir weiche, kühle Speisen: Alles, was Sie nicht kauen müssen. Ab der zweiten Woche können Sie langsam steigern. Feste Speisen wie Nüsse oder hartes Brot sollten Sie noch ein paar Wochen meiden.

Je nachdem, ob Sie bereits ersten festen Zahnersatz oder ein Provisorium erhalten haben, geben wir Ihnen immer individuelle Hinweise mit nach Hause.

Wann muss ich zum Arzt?

Rufen Sie uns an, wenn die Schwellung nach drei Tagen zunimmt, wenn Sie Fieber bekommen oder wenn die Wunde stark blutet. Auch bei pochenden Schmerzen, die nicht besser werden, sollten Sie sich melden.

Kann das Implantat rausfallen?

Nein. Das Implantat sitzt fest im Knochen. Es kann nicht herausfallen. In sehr seltenen Fällen wächst es nicht richtig ein: Das merken wir aber bei den Kontroll-Terminen.

„Viele Patienten sind überrascht, wie schnell die Heilung verläuft, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Die erste Woche ist entscheidend: Wer jetzt Ruhe gibt und auf seinen Körper hört, unterstützt die Heilung optimal.“

Dr. dr. Daniel Huemer, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie


Ablauf

Was passiert in den ersten 24 bis 48 Stunden?

Die Betäubung lässt nach. Ihre Wange fühlt sich etwas geschwollen an. Das ist eine ganz normale Reaktion Ihres Körpers auf den Eingriff.

Was ist normal?

  • Leichte bis mittlere Schwellung im Wangenbereich
  • Leichte Blutung aus der Wunde (vor allem in der ersten Nacht)
  • Taubes Gefühl, das langsam nachlässt
  • Druckgefühl im Kiefer

Wann sollten Sie uns anrufen?

  • Starke, nicht nachlassende Blutung (auch nach Gaze-Kompression)
  • Schwellung, die nach 48 Stunden zunimmt statt abnimmt
  • Fieber über 38,5 °C
  • Starke Schmerzen, die auf Schmerzmittel nicht reagieren
  • Taubheitsgefühl, das länger als zwei Tage anhält

So lindern Sie Schwellungen und Schmerzen

Kühlen ist Ihr bester Freund. Legen Sie einen Kühlakku in ein Handtuch und halten Sie ihn alle 20 Minuten für 10 Minuten an die Wange. Nicht direkt auf die Haut, das schadet mehr als es hilft.

Schlafen Sie mit erhöhtem Kopf. Ein extra Kissen verhindert, dass Blut in den Kopf schießt. Das reduziert Schwellungen.

Vermeiden Sie körperliche Anstrengung. Kein Sport, kein Heben schwerer Lasten, keine Sauna. Ihr Körper braucht jetzt alle Energie für die Heilung.

Nahrungszufuhr

Was darf ich nach der Implantat-OP essen und trinken?

Sie haben Hunger. Aber was ist jetzt erlaubt? Das hängt ein bisschen davon ab, wie umfangreich Ihr Eingriff war. Haben Sie ein einzelnes Implantat bekommen oder mehrere? Tragen Sie bereits den ersten festen Zahnersatz oder ein Provisorium?

Die ersten 24 Stunden: Weich und kühl

Essen Sie am besten pürierte kühle Speisen, die Sie nicht kauen müssen. Vielleicht eine lauwarme Suppe. Nichts Heißes: das fördert Nachblutungen. Nichts Krümeliges: Brotkrumen in der Wunde sind unangenehm.

Was Sie meiden sollten:

  • Kaffee und schwarzen Tee (verengen Blutgefäße)
  • Alkohol und Zigaretten/Nikotin (verzögert Heilung)
  • Rohmilchprodukte
  • Harte Lebensmittel (belasten das Implantat)

Ab Woche 2: Langsam steigern

Nach etwa sieben bis zehn Tagen ziehen wir die Fäden. Dann können Sie wieder mehr essen. Weiche Pasta, gedünstetes Gemüse und Fisch. Kauen Sie auf der anderen Seite, besonders wenn Sie ein Provisorium tragen.

Bei fester Sofortversorgung wie All-on-4 können viele Patienten schon früher normal essen. Wir besprechen das individuell mit Ihnen.

Wichtig: Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn etwas unangenehm ist, lassen Sie es noch ein paar Tage.

Trinken nicht vergessen

Trinken Sie viel Wasser. Das spült Bakterien weg und hält die Wunde sauber. Verzichten Sie auf Strohhalme, der Unterdruck kann die Wunde aufziehen.

Individuelle Nachsorge-Empfehlungen

Die Empfehlungen in diesem Ratgeber sind allgemein gehalten. Bei uns in Esslingen erhalten Sie nach jedem Eingriff einen individuellen Nachsorgeplan – angepasst an Ihre Situation. Was Sie essen dürfen, wann Sie Sport machen können, wie Sie Ihre Wunde pflegen: Alles schriftlich zum Nachlesen zu Hause.


Fitness

Wann darf ich wieder Sport machen und in die Sauna gehen?

Die erste Woche: Ruhe
Keine Diskussion. Ihr Körper arbeitet gerade Vollzeit an der Heilung. Sport erhöht den Blutdruck, fördert Nachblutungen und Schwellungen.

Ab Woche 2: Leichte Bewegung
Spazierengehen ist okay. Yoga ohne Kopfstand auch. Aber nichts, was Sie ins Schwitzen bringt oder einen roten Kopf verursacht.

Ab Woche 4: Langsam zurück zur Normalität
Nach etwa vier Wochen können die meisten Menschen wieder normal trainieren. Sprechen Sie uns bei Ihrem Kontrolltermin an.

Sauna und Dampfbad: Mindestens zwei Wochen Pause. Die Hitze belastet den Kreislauf und kann Entzündungen begünstigen.


Unterstützung

Wie unterstütze ich die Wundheilung?

Sie können mehr tun, als Sie denken. Die richtige Pflege in den ersten Wochen entscheidet mit darüber, wie gut Ihr Implantat einheilt.

Mundhygiene

Viele Patienten haben Angst, die Wunde zu berühren. Verständlich. Aber schlechte Mundhygiene ist der Hauptgrund für Entzündungen nach einer Implantation.

Die Lösung: Putzen Sie weiter, aber mit Bedacht. Nutzen Sie eine weiche Zahnbürste und reinigen Sie auch die Bereiche um die OP-Stelle herum. Sanft, aber gründlich.

Ab dem zweiten Tag dürfen Sie eine Mundspüllösung verwenden. Das hält die Wunde sauber.

Medikamente konsequent einnehmen

Falls wir Ihnen Antibiotika verschrieben haben, nehmen Sie diese wie besprochen ein. Auch wenn es Ihnen nach zwei Tagen schon besser geht. Eine abgebrochene Antibiotika-Therapie kann zu Resistenzen führen und im schlimmsten Fall zu Entzündungen.

Bei Schmerzen greifen Sie zu Ibuprofen oder Paracetamol. Vermeiden Sie Aspirin: Das verdünnt das Blut und kann Nachblutungen fördern.

Kontrolltermine einhalten

Nach etwa sieben Tagen ziehen wir die Fäden und schauen uns die Heilung an. Nach vier bis sechs Wochen prüfen wir, ob das Implantat fest einwächst.
Diese Termine sind keine Formsache. Wir erkennen Probleme früh, lange bevor Sie selbst etwas merken. Nehmen Sie sie wahr.

Pflege

Wie lange halten Zahnimplantate?

Mit guter Pflege können Implantate ein Leben lang halten. Aber: Sie müssen etwas dafür tun

Die größte Gefahr: Periimplantitis

Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung, die das Gewebe rund um Ihr Implantat angreift – ähnlich wie Parodontitis bei natürlichen Zähnen. Der Unterschied: Implantate haben keinen natürlichen Schutz. Das Zahnfleisch liegt nicht so fest an wie bei echten Zähnen. Bakterien haben es leichter.

So schützen Sie Ihr Implantat:

  • Professionelle Zahnreinigung mindestens zweimal pro Jahr
  • Gründliche Mundhygiene zu Hause (Zahnseide, Interdentalbürsten!)
  • Regelmäßige Kontrollen bei uns
  • Bestenfalls nicht rauchen (Raucher haben ein deutlich höheres Risiko)

Mehr zur Implantatpflege lesen Sie hier:

Professionelle Zahnreinigung


Fragen?

Ihr Weg nach der Implantat-OP

Die Operation war nur der erste Schritt. Jetzt beginnt die Phase, in der Sie selbst viel beitragen können. Halten Sie sich an unsere Empfehlungen. Gönnen Sie sich Ruhe. Und melden Sie sich bei Unsicherheiten.

Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Ihr Implantat fest einwächst – und Sie viele Jahre Freude daran haben.

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns an. Wir sind für Sie da: